Volksstimme sagt Wahlergebnis der OB Wahl in Magdeburg voraus

Laue Attacke auf Trümpers Thron  Volksstimme2Magdeburg ist nicht nur die Landeshauptstadt von der aus Millionen an Subventionen verschoben werden, wie der Rechnungshof uns nun beweisen wird. Nein! Sie ist auch eine Stadt, die von vielen geliebt und von den anderen verflucht wird. Eng verbunden ist das Schicksal der Stadt seit vielen Jahren mit Oberbürgermeister Lutz Trümper.

Die Macht sei mit ihm?

Auch wenn der Wahlkampf in der Landeshauptstadt ein bisschen an die guten alten Star Wars Filme erinnert, wir sind keine Jediritter und ein imaginärer Darth Vader kann uns gewiss nicht mehr beeindrucken. Aber schenkt man dem Satirebeitrag der Volksstimme vom 22. Januar diesen Jahres Glauben, so dürfte der bisherige Oberbürgermeister es vor allem auf eins abgesehen haben:

AUF DIE MACHT

Beschreibt doch der Verfasser des Artikels die aktuelle Lage mit den Worten:

Ein Gewinn sicherte ihm bis 2022 die Macht, die er dann satte 21 Jahre inne hätte.“ *

und nimmt damit sicher aus Versehen und völlig unvoreingenommen das Wahlergebnis, welches eigentlich erst am 15. März 2015 feststehen dürfte, schon vorweg. Persönlich hätte ich es besser gefunden, die Volksstimme hätte auf diese lustige Art und Weise die Lottozahlen für die nächsten Samstage verraten, statt das Wahlergebnis der Oberbürgermeisterwahl, aber auf diese hat eine Tageszeitung sicher keinen Einfluss. Auf Wahlergebnisse aber anscheinend schon.

Muss man denn jetzt noch wählen gehen? Ja-jetzt erst recht!

Diejenigen Magdeburger, die am 22. Januar den Volksstimme Beitrag aufmerksam gelesen haben, stellen sich diese Frage völlig zu Recht. Nicht zuletzt ist es ein offenes Geheimnis, dass auch die im Stadtrat sitzenden Parteien bequemerweise eigentlich mit „unserem Trümper“ bisher immer halbwegs gut auskamen und deshalb nicht wirklich daran interessiert sind, etwas zu ändern. Dies nahm die Satireabteilung der Volksstimme dann auch gewiss zum Anlass selbstbewusst den gesamten Beitrag mit einer dementsprechenden Headline zu krönen die da lautet:

Laue Attacke auf Trümpers Thron“

und bescheinigt völlig wertfrei und neutral (prust!) schonmal im voraus den anderen Kandidaten für die Wahl zum Stadtoberhaupt damit nicht nur wenig Chancen, sondern unterstellt gleichermaßen mangelnden Willen zur ernsthaften Kandidatur.

Laut Volksstimme gibt es nur einen ernsthaften Kandidaten neben Trümper

Da wird weit ausgeholt in der Volksstimme, extra erwähnt man, dass der Kandidat der Linken, nun zum zweiten mal gegen Lutz Trümper unterliegen wird und dass man eine Frau Edwina (CDU) in Magdeburg ohnehin nicht kennt, dies sich aber sicher nach dem Wahlkampf ändert, weil sie dann eine derjenigen Kandidaten sein wird, die gegen Trümper keine Chance hatten.

Gespannt blickt man der Wahlempfehlung der FDP entgegen. (Wusste gar nicht, dass es dort so viele Menschen gibt, die ihre Entscheidungen nicht ohne Parteiorder treffen können) Immerhin stehen die Liberalen den Parteien im Stadtrat meist freundlich gegenüber, sind sie doch Initiator des Projekts zur Öffnung der Schuleinzugsbereiche in Magdeburg, das zweifelsohne zu weiteren Schulschließungen führen wird, dass wissen die Magdeburger nur noch nicht.

Das Beste kommt zum Schluss?

Ganz am Rande und gerade noch so vor dem Resümee:

Ein Kampf der Köpfe ums Amt ist – wenn überhaupt – erst ab Februar zu erwarten.“

erinnert sich die Satireabteilung der Magdeburger Tageszeitung an den Kandidaten der Freien Wähler. Philipp Voß, den man von der Presse versucht auf das digitale Abstellgleis zu schieben. Denn er, so tönt der tollpatschige Versuch ihn lächerlich zu machen:

schimpft in Facebook-Kommentaren allgemein auf „die Regierung, die Großkonzerne und die Medien“…“Diese Gesellschaft ist das Schlimmste, was die Welt je gesehen hat“.

Damit spricht Voß allerdings genau das aus, was viele Wähler schon immer vermuteten. Unrecht hat er gewiss auch nicht, wenn man die Berichte der gleichen Tageszeitung zu Fördermittelaffären, Steuerskandalen und Korruptionsvorwürfen in Sachsen-Anhalt gegen eben diese Partei betrachtet, der auch der bisherige Bürgermeister Lutz Trümper angehört.

randJung, frech, digital – na und?

Dass Voß nicht nur eine große Klappe hat, sondern dass ihm diese auch dazu verhilft gehört zu werden, wenn er etwas gewöhnungsbedürftig die Wahrheit ausspricht, beweist nicht zuletzt seine stetig wachsende Fangemeinde auf Facebook. Er zieht sie an, die jungen Menschen, die bisher keinen Bock auf Politik hatten, die Babyboomer, die irgendwann zum Querdenker wurden, die Menschen, die im stillen Protest nicht zur Wahl gingen, diejenigen, die nach Meinung der Volksstimme der Rand sind.

Liebe Volksstimme, liebe Magdeburger, am Rand ist immer viel Platz und jeder kann schneller dort landen, als ihm lieb ist. Und einen Vorteil hat das Ganze:

Menschen am Rand, haben es einfacher über diesen zu schauen. In diesem Sinne: Trau, schau wem! Wählen gehen!

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