Die Story hinter der Erfolgsstory

förderstempelDieser Tage war zu lesen:

Hanwha Q CELLS, Europas größter Anbieter in der Photovoltaik (PV), hat den Bau einer zusätzlichen 204 MW Produktionslinie für Hochleistungssolarzellen an seinem malaysischen Fertigungsstandort planmäßig abgeschlossen.“  und weiter:“ Hanwha Q CELLS hat seinen Unternehmenssitz in Deutschland und ist Europa’s größter Photovoltaik-Anbieter. Die Marke Q CELLS ist weltweit bekannt für Solarmodule, Systemlösungen und komplette Kraftwerke in überlegener Qualität – “Engineered in Germany”. Das Unternehmen ist Teil der Hanwha Gruppe, einem der zehn größten Konzerne Südkoreas, der in den „FORTUNE Global 500“ gelistet ist. Somit bietet Hanwha Q CELLS seinen privaten, gewerblichen und Großkunden über hochwertige Produkte und Lösungen hinaus auch langfristige Partnerschaften und finanzielle Stabilität.“ Als Nachrichtenquelle wird www.q-cells.com angegeben. Publiziert wurde die Meldung aber hier. Firmenwerbung auf den Seiten der Marketinggesellschaft?

War da nicht mal was? Aber natürlich!

  • Förderung ohne Ende: Das Ende der Nachhaltigkeit Manager-Magazin 20.09.2011
  • Fördergelder bewilligen und gleich auch Anteilseigner werden? Das funktioniert in Sachsen-Anhalt so: Auszug:

    SPIEGEL ONLINE: Als Geschäftsführer mussten Sie die Beteiligung aber absegnen. Zudem gibt es außer dem Arbeitsvertrag normalerweise eine Vielzahl von anderen Gelegenheiten, bei denen Interessenskonflikte abgefragt werden: im Fragebogen des Wirtschaftsprüfers zum Beispiel, der einmal pro Jahr beantwortet werden muss.

    Von der Osten: Nein, eine solche Übung wurde nicht abgehalten.

    SPIEGEL ONLINE: Hat der Aufsichtsrat der IBG Sie je nach Interessenskonflikten gefragt?

    Von der Osten: Nein.

    SPIEGEL ONLINE: Was ist mit der Compliance-Erklärung, die Geschäftsführer in gutgeführten Kapitalgesellschaften regelmäßig unterschreiben müssen? Auch in dieser müssen Interessenskonflikte normalerweise ausgeschlossen werden.

    Von der Osten: Nein, da war nichts. Ich wurde auch nie nach entsprechenden Beteiligungen gefragt.

    SPIEGEL ONLINE: Das wäre ein krasses Kontrollversagen der Landesregierung Sachsen Anhalt, oder?

    Von der Osten: Das Land Sachsen-Anhalt hat auf der Grundlage der bestehenden Regelungen seine Aufsichtspflichten umfassend erfüllt.

    SPIEGEL ONLINE: Waren dann vielleicht die Regelungen schlecht?

    Von der Osten: Das kann ich nicht beurteilen, ich habe die Regeln nicht gemacht.

    SPIEGEL ONLINE: Stimmt, die hat das Land Sachsen-Anhalt gemacht. Dessen aktueller Wirtschaftsminister, Hartmut Möllring (CDU), kritisiert Ihre Beteiligung an Q-Cells inzwischen scharf. Zu Recht?

  • Zu diesen dubiosen Vorgängen der folgende Hintergrundbericht. Skandalös, vor allem auch, wie die Landesregierung darauf reagiert, oder eben nicht reagiert.

Wirtschaftsförderung:

  • Mindestens 200 Mio € Fördergelder in Q-Cells investiert.  Nach Insolvenz und Übernahme verbleiben 750 Arbeitsplätze in Deutschland. Tochtergesellschaft Sovello mit ehemals 1200 Arbeitsplätzen wird dicht gemacht. Anleger gehen leer aus.
  • „Übernahmepreis“:Die Übernahmekosten setzen sich aus einem Bar-Kaufpreis von etwa 55 Milliarden Won (38,7 Millionen Euro) und der Übernahme von Schulden in Höhe von rund 300 Milliarden Won (220 Mio €) zusammen. Das sagte am Montag ein Vertreter Hanwhas in Seoul. Die Höhe der Transaktionskosten könnte sich jedoch bis zum endgültigen Abschluss des Geschäfts noch ändern. Handelsblatt
  • Dieselbe Quelle warnt am Ende des Beitrages: Wichtig sei, dass Hanwha nicht nur die Forschung, sondern auch die Produktion in Deutschland erhalte. Nur die Forschung in Deutschland und die Produktion im Ausland sei nicht sinnvoll, weil den Forschern dann die Rückkopplung fehle. „Das wäre kein gutes Modell.“

Damit stehen wir wieder am Anfang des Beitrages. Klingt nun alles etwas anders, unter diesen Vorzeichen. Nachzufragen wäre, da der Gesellschaftsmantel deutsch ist: Wieviele Fördergelder sind inzwischen in die Firma Hanwha Q CELLS geflossen? Freche Frage? Nein, denn: „Beim benachbarten Solarkonzern Sovello war der Einstieg eines Investors gescheitert, weil er millionenschwere Unterstützung verlangte, die Produktion aber weitgehend nach Asien verlegen wollte.“ Quelle 

Als bleibender Eindruck bleibt: Da wurde ganz schön viel Fördergeld und Anlegerkapital verbrannt. Schade um die vielen Fördermillionen.

1 Kommentar auf “Die Story hinter der Erfolgsstory

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