Chillen im Bundestag

„Wes Brot ich fress, des Lied ich sing.“ heißt es landläufig vor allem immer dann, wenn wir Bürger uns mit politischen Entscheidungen so gar nicht anfreunden können. Dass dem nicht so ist, beweisen uns die Abgeordneten des Bundestages in gelebter Regelmäßigkeit. Denn diese werden ja immerhin von uns Bürgern bezahlt. Warum dennoch manche der Abgeordneten am liebsten gar nicht singen oder reden oder abstimmen oder anfragen und trotzdem glauben, unbedingt wieder in den Bundestag einziehen zu müssen, erklärt uns der österreichische Lehrer, Dichter Ernst Ferstl mit folgenden Worten:

„Die menschliche Faulheit arbeitet unermüdlich.“

Abhängen statt abstimmen?

So muss man unter den gegenwärtig 19 Bundestagsabgeordneten, die für Sachsen-Anhalt nach Berlin zogen, um ihre Wähler dort zu vertreten, auch nicht lange suchen. Bereits beim ersten Blick erkennt man, dass bei einigen unter Ihnen das Unterfangen Bundespolitik scheinbar mit dem Platz in der „Berliner Hängematte“ an den Haken gehängt wurde. So wusste die Magdeburger Volksstimme heute zu berichten, dass unter unseren „Volksvertretern“ so mancher weilt, der scheinbar immer noch nicht weiß, was man in einem Bundestag so zu tun hat:

  • abstimmen, zum Beispiel
  • oder Anträge einbringen
  • Gesetzesentwürfe vorlegen
  • kleine Anfragen stellen
  • große Anfragen stellen
  • oder schlicht und einfach mit einer hitzigen Rede seine politische Position zu verteidigen.

Kurz gesagt: Politik gestalten im Wählerauftrag!

Berlin, Berlin – wer schläft da in Berlin?

Wer dies nicht tut und einfach nur hübsch dasitzen will, könnte doch ebenso gut sein Leben auf der Parkbank fristen, statt sich in Berlin auf Steuerkosten auszuruhen. Dennoch besteht abermals zu befürchten, dass ausgerechnet jene wieder in den Bundestag einziehen, die eins am besten können: Nichts tun! Oder fast nichts tun! Getreu dem Motto „Wer nichts tut, wird keinen Fehler machen.“ fristen sie ihr Dasein und schaffen es mitunter in 4 Jahren Legislaturperiode gerade einmal eine einzige Rede vor dem Bundestag zu halten, wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens, der die Wähler der Börde in Berlin vertreten sollte, oder gerademal 2 Anträge zu stellen, wie der junge Tino Sorge (CDU) aus Magdeburg, der mittlerweile sogar das „Denken“ lieber der FDP überlässt und dieser dann kurzerhand die Wahl-Werbe-Idee klaut. Aber auch die Abgeordneten der SPD scheinen dem Hang des Müßiggangs zu folgen und lassen ihre Wähler beispielsweise in der Altmark vergeblich auf Veränderungen hoffen, denn von Marina Bremer (SPD), die gerade einmal 3 Anträge stellte, wird eine solche Veränderung nicht vorangetrieben werden. Bezeichnend für den Zustand der Bequemlichkeit ist, dass im gleichen Zeitraum die Angeordneten der Opposition ein vielfaches an Anträgen einbrachten, Gesetzesentwürfe vorlegten und es sogar schafften sich wesentlich mehr Redezeit im Bundestag zu verschaffen.

Die folgende Übersicht zeigt eindrucksvoll, in wessen Reihen der Virus der Bequemlichkeit besonders drastisch um sich zu greifen scheint (Quelle: Volksstimme 21.09.2017)

 

Wähler, die jetzt in’s Grübeln kommen und sich fragen, ob IHR Kandidat das Kreuzchen wirklich verdient hat, finden in der Volksstimme weitere Einzelheiten zur Causa „Bundeshängematte“,